Neues in Kürze:
Anfang 2009 ist eine neue, umfassende Roth-Biografie
erschienen, nachdem die des inzwischen verstorbenen David Bronsen
längst vergriffen war. Das Werk steht bereits auf Platz eins der
aktuellen Bestseller-Liste von Sekundärwerken über Joseph Roth (siehe
unten auf dieser Seite). Alles zu Joseph Roth - Eine Biographie von Wilhelm von Sternburg erfahren Sie hier.
Anlässlich des 70. Todestags von Joseph Roth veranstaltete der Kulturverein Melange vom 18. bis 20. Juni 2009 in Dortmund die Tagung Joseph Roth und die Reportage.
Mit dabei waren so namhafte Roth-Forscher wie Fritz Hackert, Helen
Chambers, Thomas Düllo und Roth-Biograf Wilhelm von Sternburg. Für weitere Informationen zu der Tagung folgen Sie bitte diesem Link.
In den zwanziger Jahren war Roth für die renommiertesten deutschsprachigen Zeitungen tätig und ein gefragter Journalist. Als Korrespondent der Frankfurter Zeitung reiste er quer durch Europa. Seine Ehe mit der jungen Friederike ("Friedl") Roth litt darunter. Das Schicksal seiner Frau, die schließlich 1929 in eine Nervenheilanstalt eingewiesen werden musste, hinterließ einen bleibenden dunklen Schatten im Leben des Dichters.
Das private Unglück trieb Roth freilich erst recht in die Schreiberei. In zahllosen Artikeln lieferte er pointierte, treffsichere Momentaufnahmen vom politischen, sozialen und kulturellen Alltag in der Zeit zwischen den Weltkriegen. Sein Essay "Juden auf Wanderschaft" von 1927 schildert in einzigartiger Weise das Leben der Juden in Europa, vom östlichen "Shtetl" bis zu den Gettos im Westen, vor dessen Vernichtung durch die Shoah - ein Zeitdokument, das seinesgleichen sucht.
Wie viele andere Dichter deutscher Sprache zwang das Naziregime auch Roth ins Exil, nach Paris. Roth hatte die Schrecken, die die Nazis über Europa bringen sollten, schon früh vorausgeahnt. Eindrucksvoll Zeugnis davon gibt sein erster Roman "Das Spinnennetz" (1923), 1989 verfilmt von Bernhard Wicki mit Klaus Maria Brandauer und Ulrich Mühe in den Hauptrollen und dadurch auch einem größeren Publikum bekannt geworden. (Kaum ein Roth-Roman blieb übrigens unverfilmt. Damit gehört er zu den meistverfilmten deutschsprachigen Autoren.)
Trotz der massiven materiellen und seelischen Not im französischen Exil entstanden in den zehn Jahren vor seinem Tode Roths schönste Erzählungen. Der schon eingangs erwähnte "Radetzkymarsch" (1932) zählt dazu, jener melancholische Abgesang auf die versunkene k. u. k. Monarchie, die Roths Heimat war, oder "Tarabas" (1934), die ergreifende Geschichte eines Armeeoffiziers, der eine religiöse Umkehr vom selbstherrlichen Warlord zum Bettler im Büßergewand vollzieht, oder Roths "Hiob"-Roman (1930) um den Juden Mendel Singer, der nach Amerika auswandert. "Hiob" war das Lieblingsbuch der großen Marlene Dietrich. Wie in vielen seiner späten Erzählungen führt Roth den Leser darin zurück in die Welt des ostgalizischen Shtetls nach dem Vorbild seines Geburtsorts Brody im Gebiet der heutigen Ukraine. Getragen von impressionistischen Naturschilderungen und einer bisweilen suggestiven Sprachkraft lässt Roth den Leser in die von ihm erschaffenen Welten eintauchen und längst vergangene Tage wieder lebendig werden. Die Romane waren auch kommerziell erfolgreich. In den Genuss des damit verbundenen Ruhms gelangte Roth angesichts seiner beklemmenden persönlichen Lage und seines viel zu frühen Todes jedoch kaum. Lesen Sie mehr über Joseph Roth im Essay Zeit und Werk von Dietmar Mehrens sowie in der Kurz-Biografie von Helmuth Nürnberger. Das Linkmenü unten auf dieser Seite gibt Ihnen weitere wichtige Hinweise.
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Sekundärliteratur
Die Amazon.de-Bestseller (Top Ten des abgelaufenen Jahres unter den Sekundärwerken zu Joseph Roth ohne Lektüre- und Interpretationshilfen für Schüler; in Klammern die Platzierung im Vorjahr. Die neue Biografie von Wilhelm von Sternburg kann erst auf der Bestsellerliste für 2009 berücksichtigt werden):
(6.)
Soma
Morgenstern: Joseph Roths Flucht und Ende. Zu Klampen 2006.
(-)
Georg
Langenhorst: Hiob unser Zeitgenosse. Grünewald 1994.
(2.)
Helmuth
Nürnberger: Joseph Roth in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten
dargest. Rowohlt 1981.
(7.)
Claudio
Magris: Der habsburgische Mythos in der österreichischen
Literatur. Zsolnay 2000.
(3.)
Marcel
Reich-Ranicki: Nachprüfung. Dtv 1990.
(-)
Heinz
Ludwig Arnold (Hrsg.): Text + Kritik. Sonderband Joseph Roth. Ed.
Text + Kritik 1982.
(5.)
Dietmar
Mehrens: Vom göttlichen Auftrag der Literatur. Libri BoD 2000.
(-)
Heinz
Lunzer/V. Lunzer-Talos: Joseph Roth - Leben und Werk in
Bildern. Kiepenheuer & Witsch 1994.
(-)
David
Bronsen: Joseph Roth. Eine Biographie. Kiepenheuer &
Witsch 1974.
(9.)
Bernd
M. Kraske: Heimweh nach der Vergangenheit. WfB 2006.
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Bibliografie
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Roth in Film und Comic
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